Author Archives: Panacea-admin

Vergleichbare Therapien

Posted on Juni 28th

Nexus ist wahrlich nicht das erste Verfahren, was an den Ansatzpunkten der Nackenmuskeln therapeutisch ansetzt.

Als ein Beispiel unter vielen sei hier auf ein Buch von Greenman hingewiesen, der dies als Weichteiltechnik mit condylärer Dekompression beschreibt. Eine befreundete Osteopathin beschrieb mir lächelnd, wie viele ihrer Patienten unter dieser Behandlung einschliefen, teils mit selig entspanntem Gesicht. Ist ja nicht die dümmste Motivation, sich in Phyiotherapie zu begeben. Mancher Friseur machte das früher als kleine Zugabe zum Haareschneiden bzw. Rasieren…

Bei Nutzung des Nexus beschreiben etliche Patienten Gleichartiges – sie schliefen einfach darauf ein. Das ist kein Problem, man kann notfalls auch die ganze Nacht darauf zubringen, obwohl wir dazu nicht raten. Bis auf eine kurzzeitige Mißempfindung an den Auflagepunkten passiert nicht viel. Der riesen- Vorteil des Nexus gegenüber der Physiotherapie/Osteopathie ist eben, dass man niemanden dazu braucht und auch nicht irgendwo hinfahren muß, sondern das vor Ort hat. Und dann kann man’s auch jederzeit verwenden. Es ist in der Regel besser, 3×5 Minuten über den Tag verteilt oder bei Bedarf drauf zu liegen als eine Viertelstunde am Stück.

Und keiner verbietet einem ja, das eine (Nexus) mit dem andren (Nacken kraulen) zu verbinden, vor allem, wenn es einem gelänge, den Partner zu überzeugen, einem Solches angedeihen zu lassen 

Nexus- Vorläufer

Posted on Juni 28th

In vielen – z.B. afrikanischen – Kulturen werden Nackenstützen regelmäßig verwandt. Die gängige Erklärung ist, dass damit der Kopf gestützt wird, um die Frisuren nicht zu zerzausen. Das mag sicher ein Teil der Erklärung sein, aber wenn man sich die verwendeten Geräte anschaut fällt doch auf, dass sie auch direkt an einem recht sensiblen Teil des Nackens ansetzen.

Es ist also sicher nicht allzu weit gegriffen, wenn man zumindest als Teilmotivation für die Verwendung dieser Nackenstützen die Wirkung auf die lokale Muskulatur ins Spiel bringt.
Es ist mir aber noch nicht gelungen, dafür direkte Informationen zu bekommen, und ich wäre da für jede Hilfe dankbar…

Die Geschichte des ‚Nexus‘

Posted on Juni 28th

Vor einigen Jahren wurde mir schmerzhaft klar, dass sich oberhalb der 50 (optimistisch ‚Halbzeit‘ genannt) einiges nicht mehr so gut anfühlt wie als junger Spund. Dazu gehörte unter anderem die Scharfsichtigkeit, die einen in diesem Lebensabschnitt so langsam in Richtung Gleitsichtbrille schiebt, aber auch die Erkenntnis, dass Knochen und Bänder nicht mehr soooo elastisch sind wie in der Jugend.

Gerade, wenn dann noch Druck von außen kommt – seien es familiäre, berufliche oder finanzielle Stürme – baut sich im eigenen Nacken Spannung auf. Die lokalen Muskeln werden immer fester und rigider, man wird unbeweglicher im wörtlichen und übertragenen Sinne. Später kommen dann ausstrahlende Beschwerden hinzu: die Schulter kann schmerzen, der Ellenbogen tut weh und die Finger kribbeln. Andere haben da Atembeschwerden oder meinen, ihr Herz stolpere.

Man beschäftigt sich mit so was viel tiefgehender, wenn es einen selber trifft, aber manchmal versanden solche Initiativen auch – mangels Alternativen. Eine probate Hilfe bestünde nun darin, die chronisch verkürzten Muskeln zu strecken und dadurch zu  entspannen. Aber dazu braucht man jemanden. Oder man verwendet das gute alte Glisson, eine Schlinge, die unter Kinn und Hinterkopf gelegt wird und dann unter Zug kommt. Dies hatte in den fünfziger Jahren Hochkonjunktur. Nebenstehendes Bild illustriert die Wirkungsweise. Zwei Details machten das Ganze fragwürdig:

* Zum einen stützt sich der Apparat auf den Schultermuskeln ab  – also exakt da, wo durch chronische Verkürzung ohnedies schon schmerzhafte Verspannungen sind.

* zum anderen wirkt es – am Kinn ansetzend – auf den Kau- Kieferapparat, den wir ja möglichst entlasten wollen. Denn Verspannungen aus dieser Gegend sind fast immer mit dabei, wenn es um chronische Nackenverspannungen geht.

Beides nicht ideal – ums vorsichtig zu formulieren. Hinzu kam aber, dass das eigentliche Anlegen dieses Gestells nicht ganz einfach ist und einem durchaus das Gefühl des Eingesperrtseins geben kann.

Ich experimentierte also mit diversen Vorrichtungen, die diese Schwachpunkte vermeiden sollten: meine Versuche zogen am Jochbein, fixierten die Stirn oder stützten sich am Mastoid ab; das ist der dicke Knochenvorsprung hinter dem Ohr. Alles mindestens genauso unvorteilhaft wie das Kuhlmann’sche Glisson.

In meinem Hinterkopf hatte ich aber die Kopfstützen, die ich – z.B. im Afrikamuseum im belgischen Tervuren (hier) in verschiedenen Versionen gesehen hatte. Da wurde immer wieder angegeben, dass diese Stützen zur Schonung der Frisur dienen sollten.

Nun soll man die Eitelkeit seiner Mitmenschen nicht unterschätzen, aber dies schien mir schon weit hergeholt. Wenn man sich auf solch eine Kopfstütze legt merkt man schnell, dass sie einen recht umschriebenen Druck auf den Nacken ausübt. Nachteil bei diesem Stück ist aber, dass der Druck im rechten Winkel vom Boden auf dem Nacken aufkommt und so eigentlich nur wenig Zug entsteht.

Immerhin besser wie nichts und obigem Glisson in so fern überlegen, als man sich schnell und komfortabel drauflegen kann. Man ist auch nicht eingeengt.

Ich hatte in einem Dokumentarfilm gesehen, dass sich die Benutzer ein Stück Stoff draufgelegt hatten, bevor sie ihren Nacken auf dem Kissen betteten. Dies schien mir nach einem Selbstversuch auch durchaus verständlich.

Diese Kopfstützen wiesen mir einen Weg. Und ich bastelte weiter so vor mich hin. Bis eines Tages ein gütiges Schicksal mir die Lösung meines Problems in Form eines rückenkranken jungen Mannes in die Praxis brachte. Zu allem Glück kam noch dazu, dass ich ihm, der er schon Wochen und Monate unter seinen Kreuzschmerzen gelitten hatte, relativ schnell helfen konnte. Dafür wollte er sich erkenntlich zeigen und fragte mich, wie. Da wir immer die Berufe der Patienten auf dem Krankenblatt vermerken – schließlich spielt die Berufsbelastung eine wichtige Rolle – war mir sofort klar, wie man das hinbekommen könnte.

Ich schilderte ihm mein Projekt. Es interessierte ihn und so saßen wir einige Male in den Kneipen um den Rathenauplatz zusammen, um ganz klassisch auf der Papier- Tischdecke Entwürfe zu skizzieren, die wir dann Zug um Zug verfeinerten und konkretisierten. Als nächster Schritt kam ein Styropor- Modell, und dann schließlich eine 3D-Simulation im Rechner. Bis dahin war alles noch relativ billig (sieht man von unserem Weinverbrauch ab). Jetzt kam aber die kruziale Entscheidung: weitermachen oder es dabei bewenden lassen.

Ohne Vorstellung ob das Ganze überhaupt jemals ‚funktionieren‘ würde entschloß ich mich, in den sauren Apfel zu beißen und ein Modell und schließlich eine Gußform zu finanzieren. Da ist man dann einige Tausend €€ los. Mein Produktdesigner hatte mich mit einem kompetenten Spezialisten für Kunststoff- Produkte zusammengebracht, der schon Modell und Form produziert hatte (Polyurethan- Spezialist). Dieses Material wird in OPs z.B. verwendet, wo man es x-fach sterilisieren muß. Es ist völlig unverwüstlich und ich vermute mal, unsere Kissen werden in späteren Jahrzehnten bei Haushaltsauflösungen immer wieder auftauchen (und hoffentlich dann noch Anklang finden).

So entstand der erste Rohling – und ich war in Panik. Das Ding war viel zu hart! Die Schwierigkeit in der Produktion dieser Polyurethanformen liegt darin, dass man keine glatte un belastbare Oberfläche bekommt, wenn man zu viel Treibgas beimischt, d.h. man kann die Formen nicht beliebig weich machen. Wir setzten uns zusammen und es gelang Herrn Ajas und seinem Team, den Schaum so weich zu machen, dass das Kissen nun angenehm zu benutzen ist und wir sogar in der Lage sind, verschiedene Härtegrade anzubieten. Wir fingen dann ganz zögerlich in der Praxis an, die Kissen unter das Volk zu bringen. Immer mit dem Hintergedanken, das nicht zu einem Gemischtwarenladen ausarten zu lassen.

Nun, inzwischen sind mehr als 5 Jahre vergangen und der NEXUS hatte mehr Erfolg, als wir es uns je zu träumen gewagt hatten. Wir haben jetzt etliche verschiedene Härtegrade anzubieten, wobei die wichtigsten beiden in klassich grau (ganz weich) und anthrazit (ehere härter) mit preiswerten Pigmenten produziert sind. Die Zwischenstufen unterscheiden sich nur wenig. Ob man also auf einem grauen oder orangenem Kissen liegt ist nicht sooo wichtig – da spielt eher die Vorliebe für die Farbe eine Rolle. Der mittlere (rote) Härtegrad hat wiederum eine gewisse Berechtigung, aber auch hier gilt dass man da genauso auf orange (minimal weicher) oder gelb (minimal härter) liegen kann. Wir wollten so nicht unnötig teuer sein.

Das war auch der Grund, warum wir uns dagegen entschieden haben, die Kissen allein über den Orthopädietechnik- Fachhandel zu vertreiben. Die müssen einfach anders kalkulieren und da wäre der Preis der Kissen weit über 100€ gelegen.

Wir haben auch lange mit den Dimensionen der Auflagefläche experimentiert. Viele Nutzer des NEXUS sind Frauen und haben uns glaubhaft versichert, dass sie damit  genauso gut zurecht kommen wie so ‚großkopfete‘ Leute wie ich selber. Mehrere Formate anzubieten überstiege auch unsere begrenzten Möglichkeiten.

Erfahrungen der Patienten: Tipps&Tricks

Posted on Juni 28th

Nachdem jetzt schon ein paar Nexus draußen im Umlauf sind (und viele werden von mehreren Familienmitgliedern genutzt) kommen Bemerkungen, Tipps und Anregungen zurück. Interessant ist der ’selbstbegrenzende‘ Einsatz des Nexus – das freut uns sehr. Wenn es einem gut geht, liegt das Ding im Nachttisch und wird fast vergessen. Erst wenn wieder Beschwerden kommen denkt, man an den Griff in die Schublade. Oder manchmal halt auch nicht, dann muß das beim Besuch in unserer Praxis erst ‚angeregt‘ werden.

Vielleicht sollte auch noch mal betont werden, dass auch hier gilt: Viel hilft nicht viel! Es hat gar keinen Sinn, die ganze Nacht auf dem Kissen zu schlafen. Bis auf ein vorübergehend etwas taubes Gefühl am Hinterkopf passiert da aber nicht viel, nur helfen tut es halt auch nicht mehr als die von uns empfohlenen 3-8 Minuten.

Während es also wenig sinnvoll zu sein scheint, die Dauer der Behandlung zu verlängern, kann man durchaus die Stärke des Stretchens vermehren. Das einfachste ist, einen Arm auf die Stirn zu legen, um dadurch das Gewicht jenseits des Auflagepunkts zu erhöhen. Da auch hierbei keine übermäßigen Kräfte auftreten kann man das ruhig versuchen, ohne etwas zu riskieren. Mehrere Patienten erzählten uns auch, dass sie sich kleine Sandsäcke auf die Stirn gelegt hatten, was letztlich den gleichen Effekt hat. Beides kann  gerne erprobt werden.

Man kann auch den Winkel modifizieren, mit dem man auf dem Kissen liegt. Aus biomechanischen Gründen scheint es eher sinnvoll, dabei das Kinn nach vorn zu bringen und die Überstreckung zu vermeiden. Gerade Menschen mit einem Rundrücken bzw. einer Gewohnheits- Kopfhaltung in Vorbeuge brauchen ohnedies meist ein Handtuch oder eine Unterlage unter dem Nexus, um den Hinterkopf in Kontakt mit den Auflageflächen des Nexus zu bringen.

Ob man Nexus besser im Bett oder auf dem Teppich nutzt wird unterschiedlich beurteilt. Vor allem diejenigen, die ihn morgens nutzen tun das in der Regel im Bett und kommen gut damit zurecht. Etliche unserer Patienten mit ’stressigen‘ Berufen haben auch Exemplare in ihren Büros und Kantoren liegen und nutzen Nexus durchaus untertags, wenn sie merken, dass sich zu viel Spannung im Nacken aufgebaut hat. Sie liegen dann meist einfach auf dem Teppich. Für die kurze Zeit, die man da braucht, ist das meist das Unkomplizierteste.

Wir haben auch immer wieder gehört, daß das ‚helfende Auge‘ eines Partners das gerade Liegen auf dem Kissen unterstützen kann. Eigentlich rutscht das – ja runde – Kissen schon spontan in die richtige Stellung, aber manchmal kann der Hinweis eines Zuschauenden hier unterstützen.

Farben kodieren verschiedenen Härtegrade

Posted on Juni 28th

Nexus all colour

Wenn Sie Nexus bei uns in der Praxis gesehen haben kennen Sie die Assemblage der verschiedenen Farben an unsere Heizungsrippen. 

Natürlich haben wir versucht, schöne Farben für dies Kissen zu nutzen, aber das ist die Nebenseite. Im Wesentlichen geht es darum, dass die Farben verschiedene Härtegrade kodieren:

Anthrazit ist das härteste Kissen, in der Regel für – hier relativ schmerz-unempfindliche – Männer gedacht. Daran schließen sich die roten und gelben Kissen an, die deutlich weicher sind. Zwischen dem orangen und dem pinken Kissen ist der Unterschied eher gering, diese sind noch weicher. Bei Frauen richten wir uns in diesen Fällen durchaus danach, welche Farbe vorgezogen wird, da die Unterschiede im Härtegrad vertretbar minim sind – und Frauen halt ästhetischer denken als die meisten Männer… 

Das weichste Kissen schließlich ist das graue – weicher honnte der Hersteller nicht anbieten, da die Härte durch die zugemischte Menge Gas geregelt wird, und ein zu Viel hier zu Poren an der Kissen- Oberfläche führen würde. Dieses Modell ist für viele Frauen immer noch – zumindest zu Beginn – unangenehm. Man kann für den Übergang hier noch ein Frottée- Handtuch zwischenlegen, um sich daran zu gewöhnen. Auf die Dauer sollte man aber anstreben, direkt auf dem Kissen zu liegen, da damit der beste Kraftschluß zwischen Nexus und Nacken gewährleistet ist.

Nexus für Jüngere

Posted on Juni 28th

Begonnen hat das Ganze mit Überlegungen, wie man ‚ganz Erwachsenen‚ (sprich: über 50) in manchen Situationen helfen kann. Da ging es vor allem darum, daß wir eben – der eine mehr, die andere wenigen – immer unbeweglicher und unelastischer werden. Dann kamen wir  auch zunehmend mit Jüngeren in Kontakt, die ebenfalls chronisch angespannt waren. Ein wesentliches Moment ist eine kieferorthopädische Behandlung, die für Wochen und Monate für Dauer- Streß sorgen kann. Ein anderer kann eine – bisher unerkannte – ‚Spezialkonstruktion‘ sein (ich vermeide gerne die Bezeichnung ‚Mißbildung‘, das klingt so wertend…).    

Nachdem wir dabei ein paar Mal an Familien dran waren, bei denen schon jemand mit einem Nexus versehen war, lag es nahe, mal auszuprobieren, was das bei diesen eigentlich Flexiblen helfen könnte – und Wunder über Wunder – es tat’s, oft genug jedenfalls, um diese Überlegung systematisch einzubringen. War haben für diese Fälle ein kleines Merkblatt geschrieben (Nexus_Adult).

Aplasia of the atlas
x-ray of a aplasia of the atlas.